autorin
Die Brunnennymphe

2016. 474 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
24,80 Euro
ISBN 978-3-86455-073-7
edition fischer

LESEPROBE


Jan Braaderup, ein Phantasiereisender, der vom Schreibtisch oder nachts von seiner Terrasse durch eine Welt reist, die nur er kennt; ohne Abfahrt, ohne Ankunft. Wie ein Glücksuchender, der sein Glück längst gefunden hat, vagabundiert er durch Märchen und Sagen, verkehrt mit Nymphen, versteht ihre Sprache, kennt ihren Sinn.
In allem liebt er sie, die Eine, die Schöne, die Wunderbare, der nicht nur sein Herz gehört, die auch das Ziel all seiner Reisen ist. Sie wartet auf ihn, wo auch immer, denn sie ist in ihm, wie das Herz und die Seele.
Er wird in sein Innerstes eintauchen müssen, denn er sucht sich, will wissen, wer er eigentlich ist. Die Antwort, so vermutet er, liegt tief verborgen in seinem Ich.
Im Laufe der Jahre hat er seine männlichen Eigenschaften zu schätzen und auch zu verachten gelernt. Nun sucht er die Summe aller weiblichen Eigenschaften, die in ihm sind, irgendwo im Dunklen seiner Seele. Der Weg dorthin ist unbekannt, und weil keine naturwissenschaftliche Logik weiterhilft, will er es mit dem Mystisch-Märchenhaften versuchen.
autorin
Rosen für Medea

2014. 400 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
19,80 Euro
ISBN 978-3-89950-838-3
auch als E-Book erhältlich

edition fischer

LESEPROBE


Medea?
Hat die nicht mehrere Menschenleben auf dem Gewissen und am Ende gar die eigenen Kinder getötet?
Eine Mörderin also, eine Kindsmörderin gar! Und nun Rosen – für »so eine«?
Wer sagt das? Und warum?

Das sagt einer, der sich nicht kritiklos Vorurteile zu eigen macht, der genau hinsieht und sich fragt, warum Menschen wie handeln. Einer, den eine liebevolleMutter früh an die klassische Literatur heranführte, der unter einem zu strengen Vater litt, der am eigenen Leib erfuhr, wie wichtig Heimat ist. Alles Stoff, aus dem die antiken Sagen sind: Liebe, Hass, Verrat, Angst, Missverständnisse, Ablehnung, Intoleranz, Verzweiflung.
Die Autoren klassischer Sagen waren durchweg Männer. Ihre Frauengestalten beschrieben sie so, wie man damals Frauen generell sah: als Menschen zweiter Klasse.
Sieht man sie, wie Schmidt es heute tut, mit Verständnis für ihre weibliche Handlungsweise, gesteht ihnen Willensfreiheit und Autonomie zu, eröffnen sich plötzlich ganz neue Perspektiven.
Und aus der vermeintlichen Kindsmörderin wird eine Frau, der man Rosen schenken möchte.

Jan Braaderup alias Christian Schmidt lädt ein zu einem abwechslungsreichen Streifzug durch drei Jahrtausende. Die Namen seiner Figuren sind bekannt, nicht jedoch die Handlungen und Gedanken, mit denen er sie verknüpft. Im Mittelpunkt stehen Frauen der Antike, denen Unrecht geschah. Er steckt sie in moderne Gewänder, verbindet gestern mit heute, versucht sie zu rehabilitieren, lässt ihnen Gerechtigkeit aus heutiger Sicht widerfahren. So erscheint z. B. Medea nicht mehr als gefühllose Kindsmörderin, sondern als verzweifelte, entwurzelte Frau, die Heimat und Familie für den geliebten Mann aufgab. Doch der dankte es ihr nicht, sondern verließ sie bald für eine andere.
Nichts ist neu, alles ist schon einmal da gewesen. Eine faszinierende Reise durch die Welt der Märchen und Mythen auf einem fliegenden Teppich, gewebt aus großer sprachlicher Schönheit und blühender Phantasie, doch nicht zurück in die Zeiten des »Es war einmal«, sondern transponiert in die Gegenwart; ein schillernder Regenbogen, gespannt von Pygmalion bis zum Cyberspace.
Christian Schmidt geht es um das Bewahren des Guten und Schönen im Geistigen und Alltäglichen. Das ist ihm wichtiger als Ändern und Verwerfen um des Fortschritts willen. Er möchte nicht »in« sein, sondern ein freier Denker. Behutsam nähert er sich dem Mysterium der Liebe, hinterfragt die Mechanismen von Verrat und Bestrafung. Zum Schluss versteht jeder, dass Medea ihre Kinder niemals hätte umbringen können und warum Paris den goldenen Apfel der Hera geben wollte.
autorin
Rhapsodie in Grün

2012. 376 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
19,80 Euro
ISBN 978-3-89950-762-1
auch als E-Book erhältlich

edition fischer

LESEPROBE



Der Garten als Abenteuer, Quelle gedanklichen Reichtums, eine Oase der Erholung und Entspannung, aber auch ein Ort der Auseinandersetzung mit der Umwelt.

Kein gewöhnliches Gartenbuch, kein Spaziergang auf den ausgefahrenen Schnellstraßen.

Behutsam führt der Autor den Leser über weniger begangene Nebenpfade, durch Gestrüpp und Unterholz. Hier findet er das scheinbar Unbedeutende, an dem er seine Denkrouten aufhängt.
Der Garten, ein künstliches Biotop, ein friedliches Eiland im Meer des Lebens. Hier lebt der Mensch mit der Natur im harmonischen Miteinander.

Garten und Mensch, ein gegenseitiges Geben und Nehmen, eine Win-win-Situation. Die Regeln stehen nirgends geschrieben, sie entwickeln sich im Herzen.

Auf seinen Denkrouten spinnt der Autor den Leser mit der Schönheit der Sprache und Originalität in bunte Kokons, aus denen, am Ende des Weges, lustige, schillernde Schmetterlinge schlüpfen.

Der Garten, Treffpunkt von Philosophie und Naturwissenschaft; kein Kampfplatz, sondern ein idyllischer Ort des friedvollen Gedankenaustauschs, der gegenseitigen Ergänzung.

Der Autor provoziert, will zum Nachdenken anregen. Bilde Dir Deine eigene Meinung, denn nur die zählt. Anregungen hierfür finden sich im Garten. Auch ein Blumenkasten mit Geranien oder ein Töpfchen Usambaraveilchen auf dem Fensterbrett sind ein Garten.

Das Buch bietet jedem Leser etwas und sei es nur das Erwecken des Widerspruchsgeistes. Insgesamt eine genussvolle Anregung für Gartenfreunde und die, die es noch werden wollen.

Dass der Autor ein Rosenliebhaber ist, merkt man Seite für Seite. Er hätte auch den Titel „Rhapsodie um die Rose“ wählen können.
Über imaginäre Pfade wird der Leser durch den Garten des Lebens geführt und auf Dinge hingewiesen, die sich dem flüchtigen Blick gewöhnlich verschließen. Thymian wird zum Erlebnis mit der Erinnerung an Pop-Gruppen und die Flowerpower. Wer denkt schon bei dieser Pflanze an die Byrds?

In Schmidts Garten schwingt die Seele mit der Natur im harmonischen Sinusrhythmus. Der Leser wird zu nichts gezwungen oder überredet, der Autor zeigt nur Alternativen auf.

Emotion, nicht Logarithmentafel, beherrscht die Gedanken. Man spürt Wärme.